6. Oktober 2010

Grüße von der Spitze der Welt! Wie allgemein bekannt, ist Finnland  das beste Land der Welt. Das weiß mittlerweile auch die US-Zeitschrift Newsweek, das uns die Bestnote gegeben hat, vor allem wegen unseres überlegenden Schulsystems. Was geht das denn mich an? Na ja, ich hatte die Ehre, eine vierte Klasse einer unserer weltbesten Schulen in das neue Schuljahr zu leiten, als ich zwei Monate lang als stellvertrendender Klassenlehrer vor den Kindern stand.

Aber die ganze Zeit dachte ich mir, dass irgendetwas stimmt in unserem Paradies nicht. Zwar sind wir gebildet, leben in einem ausgeprägt sicheren und wunderschönen Land, aber saufen (der Pro-Kopf-Konsum reinen Alkohols liegt bei mehr als 10 Litern) und  sterben massenweise durch Gewalttaten, während die glücklichsten Menschen der Welt in Dänemark leben.Was geschieht mit uns eigentlich, und warum?

Taxi habe ich gefahren wie gewöhnlich, wobei ich einmal feststellte, dass das olle Funkgerät doch genial ist. Bestellungen und alles laufen heute über Datafunk, aber der alte Funk ist manchmal sehr nützlich, vor allem wenn man nich weiß, wo was liegt oder was  in der Stadt so läuft. Man kan jederzeit Kollegen fragen und die helfen immer  gerne. In der Samstagnacht fragte ich sie beispielsweise über Funk, ob eine Massenheiratsveranstaltung (rund sechzig Paare haben in einer Kirche währed einer Nacht geheiratet) in dieser Nacht stattfand. Sofort kam die Antwort:

Kollege 1: -Nee, das war bereits gestern. Bist zu spät.

Ich: -Schade.

Kollege 2: - Aber wenn du deine Braut noch ein Jahr warmhalten kannst, wird die Heiratsnacht nächstes Jahr wieder stattfinden.

Kollege 3: -Richtig, im Juni, das hat die Gemeinde bereits bekanntgegeben.

Ich: - Okey, werde ich mir merken.

Nach einer kurzen Pause meldete sich noch eine dunkle Stimme zu Wort:

Ich würde mir das Ganze noch mal überlegen...

31. Juli 2010

Unser Fujitsu-Siemens PC hat erneut den Geist aufgegeben. Ich bin nun nicht sicher, ob die Garantie noch gültig ist und ich ihn auf Kosten des Händlers reparieren lassen kann. Muss ich mal nachschauen. Wie auch immer, einige Fotos, die ich hier hochladen wollte, sind momentan nicht zu haben. Schade eigentlich. Aber wir haben noch einen Laptop, was mein Bloggen ermöglicht. Aber dazu muss ich mich erst mal zwingen, was offenbar zur Zeit der Fall ist.

Lange Touren, die man woanders als am Uniklinikum erwischt, sind immer etwas Besonderes. Patientenfahrten, wie lange auch immer, sind irgendwie "business as usual", dafür steht man doch da am Stand, stundenlang  manchmal. Vor ein paar Wochen aber stand ich am Freitagabend gegen halb acht am Stand 24, als ein dicker BMW vor meinen Wagen fuhr und ein Angehöriger der Sinti und Roma aus ihm ausstieg und direkt zu mir kam. Er öffnete die Hintertür, setzte eine Plastiktüte auf den Rücksitz, setzte sich selbst auf den Beifahrersitz und fragte mich:

- Wieviel kostet es von hier nach Seinäjoki?
- Von hier nach Seinäjoki kostet es 250 Euro.
- Eine Pause mitgerechnet?
- Von mir aus.
- Dann fahr los! Willst du dein Geld gleich haben?
- Ja,gerne.

Ich bin kein Rassist, aber mit Sinti und Roma haben Taxen mehr als genug Probleme gehabt und wenn sie vorauszahlen wollen, nimmt man das Geld besser sofort an. Mein Fahrgast holte ein dickes Haufen Geldscheine aus seiner Vordertasche raus und zahlte mir die volle Summe mit fünf Fünfzig-Euro-Scheinen bar auf die Hand. Wir fuhren los. Als wir bei Ikaalinen waren, rufte ihn seine Frau an. Er sagte er sei schon auf dem Weg nach Hause (nachdem er zwei Wochen unterwegs gewesen war):

-Na, mit dem Taxi. Ist doch klar. Ja was denn? Der Zug hätte ja auch fast sechzig Euro gekostet!

Es wurde still am anderen Ende der Leitung. Aber ja, das ist so ihre Stil, der Sinti und Roma, zumindest hier bei uns: Geld ist zum Ausgeben da. Als er noch mit seinem Sohn telefonierte, waren sie beide der Meinung, dass die Fahrt gar nicht so teurer war. An einer Tankstelle in Parkano lud er mich zum Kaffee ein und in Seinäjoki schüttelten wir uns noch die Hände und wünschten uns gegenseitig alles Gute. Ein sympatischer Fahrgast.

Die ungeheure Hitzewelle ist vorerst vorüber. Es ist bewölkt mit schauerartigem Regen und örtlichen Gewittern. Super!

12. Juni 2010

Taxi-Hochsaison voll im Gange seit einer Woche. Gestern Nacht hat es zusätzlich noch geregnet wie im Urwald, was dafür sorgte, dass alle rund 350 Taxen der Stadt pausenlos fahren durften. Es war wirklich nicht einfach ein Taxi zu bekommen. Und trotzdem sind eine junge Dame und ihre Begleiter auf die Idee gekommen, mir einen Festpreisangebot zu machen. Ich antwortete, dass es momentan soviel Nachfrage gibt, dass ich mir Gerede dieser Art eigentlich gar nicht anhören muss. Darauf meinte sie, dass es doch genug Kundschaft geben würde während der Nacht und eine kleine Ermäßigung würde niemanden schaden. Also, ich bin einigermaßen links und stimme nicht mit allen elementaren Regeln der modernen Marktwirtschaft überein, überhaupt nicht, aber sowas von Dummes hatte ich noch nie gehört! Hatten sie noch nicht vom Preismechanismus Angebot und Nachfrage gehört?

Und damit kommen wir zu dem eigentlichen Punkt: Ich bin ein fester Befürwörter der durch Verordnung festgelegten Preise. Es liegt im Interesse von uns allen, dass der Preis einer Taxifahrt jedesmal dergleiche ist und nicht von irgenwelchen Umständen oder gar von Lust und Laune des Fahrers oder der Fahrgäste abhängig gemacht wird. Wenn es um eine wirklich dicke Fahrt geht, und die Rede von Hunderten ist, dann ist vielleich ein wenig Verhandlungsraum da, aber ansonsten fahre ich nach dem Taxameter, danke schön! Schließlich geht es ja um mein Entgeld. Alle Ermäßigungen sind von meinem Lohn weg, und zu einer Lohnerniedrigung bin ich grundsätzlich nicht bereit.

31. Mai 2010

16 Tage noch bis zum Urlaub! Ich zähle die Tage und überlege langsam, was ich alles mitnehmen soll. Lachsfischen mit der Fliege ist eine Krankheit. Und wer angesteckt ist, bleibt auch krank. Irgenwann merkt man, dass im Schrank Dutzende von Ruten und Rollen liegen, über deren angebliche Notwendigkeit die Frau kein Wort mehr hören will; es hängen Wathosen und -jacken in Wert von mehrere hundert Euro herum, Vereinsmitgliedschaften, die Zeit in Anspruch nehmen, gehören eventuell auch dazu, und dann kommt noch das Fischen selbst, was auch Geld kostet und den Betroffenen Tausende von Kilometern im Jahr reisen lässt. Was meinen Sie, wieviel ein Kilo Lachs kostet, das mit der Fliege gefischt worden ist? Aber darauf kommt es ja gar nicht an. Über meine Krankheit sag ich nur noch dies: Je schwerer die Symptome, desto glücklicher der Patient!

Einige bekannte Altrocker frequentieren in der Stadt in diesem Sommer. Letzte Woche spielte Bryan Adams im Stadion in Ratina, morgen treten AC/DC auf und in zwei Wochen sind auf dem Sauna Open Air Metal Festival u.a. KISS, DANZIG und RATT dran. Auch das Schuljahr endet am kommenden Wochenende. Alles absolute Hochsaison für Taxen.

27. Mai 2010

Mit einer Zahlungsverpflichtung der Bahn samt einer Einwegkreditkarte wird der Kunde mit dem Taxi ans Ziel befördert, wenn die Bahn dazu nicht im Stande ist. Beide bekommt man im Notfall vom Schaffner. Das Streichholz auf dem Namen des Kundes demonstriert, wie geschickt ich mit dem Computer umgehen kann.

Immer wieder werden im Taxi dem Fahrer die folgenden drei klassischen Fragen gestellt:

-Bist du der Chef oder der Fahrer?
-Hat es bereits viele Fahrten gegeben heute?
-Diesel oder Benziner?

Neulich fragten mich aber zwei junge Damen, was ich während der Schicht esse. Das war schon eine überraschende Frage, ein kräftiger Schlag in den Bauch, sozusagen, denn ich muss zugeben, dass ich auf der Arbeit immer etwas Ungesundes wie Pizza, Hot Dogs, Döner usw. esse. Und die dramatischen Folgen dessen habe ich bereits zu spüren bekommen: seitdem ich Taxi fahre, in 18 Monaten also, habe ich fast 10 Kilo zugenommen! Und das hat sich natürlich alles an meinem Bauch gelagert, wie denn sonst. Ich muss nun wirklich eiligst etwas dagegen unternehmen!

21. Mai 2010

Die finnische Bahn hat momentan starke Probleme mit der Pünktlichkeit. Jeden Tag werden Dutzende von Fahrgästen der Bahn mit Taxen an die Zielorte befördert. Gestern, zum Beispiel, waren Tampereer Taxen in Jyväskylä, Turku und Pori. Ich war leider nicht einer von denen. Mal sehen, ob es heute klappt. Das Wetter bleibt sommerlich warm noch für zwei Tage. Danach soll es kühler werden mit Temperaturen zwischen 14 und 17 Grad, was eher normal um diese Jahreszeit ist.

17. Mai 2010



Es hat ganz schön gebrannt bei mir um die Ecke. Erhebliche Brandschaden sind entstanden als der Dachboden des Commerce-Hauses, eines der ersten der zahlreichen Tampereer Jugendstilbauten aus dem Jahre 1899, am Freitag in Flammen aufging. Es war ein hartnäckiker Brand, der zwanzig Feuerwehreinheiten für 10 Stunden im Atem hielte.
Das Wetter: Der Sommer ist da! Für die kommenden Tage sagt man für die Region Temperaturen zwischen 23 und 25 Grad, sonnige Abschnitte und gelegentlich Schauer vorher. In Tampere geht die Sonne um 4:41 Uhr auf und 22:13 Uhr unter. In Utsjoki geht die Sonne um 1:27 Uhr auf und um 0:49 Uhr unter. Es dämmert also für ganze 38 Minuten! Ich werde am 17. Juni hochfahren und bleibe dort dieses Mal für neun Tage. Das steht jetzt fest.
Ich habe zwei Jungs und eine Tochter und es macht schon Spaß zu beobachten, wie sie wachsen. Neulich im Badezimmer:
Sohn (5 Jahre): Mutti, komm mal her!
Sie geht zu ihm und fragt was nun ist.
Er: So, jetzt wenn du da bist, kannst du bitte mein Badetuch vom Boden aufheben und dort aufhängen?
Mannomann, woher kann er das gelernt haben? Nein... Nicht doch... Oder?

15. Mai 2010

Selten begegnet man noch Tankstellen in Finnland, die auch andere Dienstleistungen anbieten als nur Kraftstoff und Bier. Aber in Luhalahti hinter Ikaalinen kann man auch noch sein Auto reparieren lassen. Auf Finnisch heißt Tankstelle "huoltoasema" - Wartungsstation etwa, weil früher eben alle anfälligen Reparaturarbeiten an einem Fahrzeug an der Tanke beseitigt wurden. Heute haben sie nur Bier und Zigaretten. "City" ist vielleicht ein wenig übertrieben für eine provinzielle Ortschaft von zweihundert Leuten.
Turkuer Dom
Am Bahnhof in Seinäjoki. Nein, die Ordnungsnummer meines Wagens ist nicht 3. Aber es brennt schon, der Wagen gehört der Gruppe drei an.
Vor der Chirurgischen Klinik in Helsinki. Blut- oder Zellenprobe angeliefert vor einer Transplatation.
Tja, es war wieder mal eine tolle Woche. Am Wochenende hatte ich frei, dennoch habe ich gutes Geld verdient, da die Tagesschichten rundum bestens abliefen. Aber. Ich habe ein Verbrechen begangen. Ich gestehe es offen. Bei Personenbeförderung liegt der Merhwertsteuer bei 8% und bei Güterlieferungen ist er 22%. Den richtigen Steueransatz kann man an dem Touchscreen nach der Fahrt wählen, falls nötig. Und ich hatte das nötig, nach dem ich ein Päckchen an die Chirurgische Klinik in Helsinki angeliefert hatte. Nur, ich habe es vergessen! 31 € ist am Fiskus vorbeigegangen wegen meines unprofessionellen Handelns. Welch ein Glück, dass die großen Firmen hierzulande alle ihre Steuern zahlen! Es ist durchaus möglich, dass ich ohne schwere Folgen davonkomme und der Fiskus mich in Ruhe lässt.

Mein Chef und ich haben uns darüber geeinigt, dass ich mein Lohn gleich nach der Schicht von Kasse abrechnen kann. Er kümmert sich dann um die Abgaben. Im Prinzip ist das gut und sorgt dafür, dass ich immer flüssig bin. Das Problem ist nur das, dass es oft nicht genug Bargeld gibt in der Kasse für einen Großverdiener wie mich. Die langen Touren, nach den ich tagsüber auf der Jagd bin, werden auf Rechnung gefahren. Und in Finnland tendiert man auch immer mehr dazu, mit der Karte zu zahlen. Im finnischen Taxi gibt es also kaum Bargeld, das von Fahrer oder von Räuber mitgenommen werden kann. Ich bekomme die fehlende Summe dann immer ein paar Tage später auf mein Konto überwiesen.

6. Mai 2010

Es war tote Hose hier für eine Weile. Aber jetzt bin ich wieder da: Das Frühjahrsemester an der Uni gehört der Vergangenheit an, Dank der sich immer vertiefenden Rezession und der annährenden Ferienzeit der Schulen wird es auch nicht viele Lehrervertretungen geben, und somit ist bis Anfang September die Bahn frei für ganztägiges Taxifahen und Bloggen.
Mein Chef plant demnächst ein Autogeschäft abzuschließen. Der E-Klasse Mercedes ist jetzt drei Jahre alt mit einer Gesamtlaufleistung von 312 000 Kilometern. Hunderttausend im Jahr ist das, was die Tampereer Taxen im Durchschnitt fahren. Mich fragte der Alte, ob er nicht einen Huyndai kaufen sollte, die sind ja sehr preisgünstig, worauf ich antwortete, dass sein Huyndai mit einem Fahrer kommen soll, denn ich werde mit ihm keinen Stück fahren.
Meine Superwoche endete noch mit einer Fahrt nach Raisio bei Turku. Ein Stockbesoffener stieg am Stand 4 kurz nach Mitternacht ein und bot mir einen Festpreis von 200€ im Voraus an, wenn ich ihn nach Hause fahren würde. Ich nahm sein Angebot an auch wenn ich dabei 20-25 € verloren habe. Aber meine Einkommen sind "Peanuts" im Vergleich zu dem, was wenigstens ein deutscher Kollege neulich verdient hat. Als vor ein paar Wochen der isländische Vulkan den Luftverkehr lahmlegte, tauchte plötzlich bei uns im Fernsehen eine Gruppe von Finnen auf, die emotionslos der Kamera erzählten, wie sie rund 3000 € für eine Taxifahrt von Düsseldorf nach Stockholm bezahlt hatten. Also, herzlichen Glückwunsch nach Düsseldorf!
Vorgestern erzählte mir ein Kollege am Stand 2 von einer Frau, die er nach Pälkäne gefahren hatte. Kurz vor dem Ziel hat sie dann gefragt, ob er nicht eine Rechnung schreiben wolle für die rund 65 Euro Fahrt.

- Stell dir das mal vor! Eine Rechnung, Mitten im Nichts um halb fünf morgens! Für wie blöd hat sie mich eigentlich gehalten? Und sie hatte noch Geld. Als ich mich verweigert habe, hat sie mir von ihrem Haus hundertfünfzig Euro geholt. Auf Rechnung fahren... Mensch, ich hasse Leute mit neu-griechischer Einstellung dieser Art!

10. März 2010

Ich weiß, es ist manchmal recht ärgerlich, wenn Kollegen von ihren Supertouren und Superkassen erzählen, aber am Montag wurde es geradezu absurd bei mir, und ich muss einfach die folgende Tour allen zur Kenntnis bringen: Uniklinik Tampere - Uniklinik Oulu Beginn: 9:53 Strecke: 483,10 Kilometer Dauer: 403,10 Minuten Taksa1: 692,50€ Füge später noch ein Bild hinzu als Beweis. Habe eine Asylbewerberin und ihr Baby auf Rechnung der Uniklinik Tampere zur Ouluer Uniklinik gefahren. Es wurde ein lukrativer aber langer Tag. Erst gegen 23 Uhr war ich wieder zu Hause, hatte zwei Touren gemacht mit einer Gesamtkasse von 702€. Als wäre das nicht genug gewesen, fuhr ich gestern noch am selben Tag einmal nach Ikaalinen (75€) und einmal zum Mänttäer Krankenhaus (115€).

1. März 2010



In Finnland hat man keine Umweltzonen eingeführt und der Diesel kostet rund 1,05 € pro Liter, wesentlich wenigier als das Benzin, dessen Preis momentan bei 1,37 liegt. Grund genug für mich unseren alten Benziner lozuwerden und einen in unseren Verhältnissen preiswerten S124 E300TD Bj. -94 aus Deutschland zu holen. Am Montag, den 22. Februar bin ich nach Hahn geflogen, am Dienstagvormittag habe ich meine Rückfahrt begonnen und am Mittwoch gegen 22 Uhr deutsche Zeit bin ich in Tampere angekommen, nach 1700 Kilometern intesiven Fahrens. Das Bild verrät, in welcher Ecke des Landes der Wagen sich befand. Die Ausfuhrkennzeichen hat mir die Kfz-Zulassungsstelle Kusel ausgegeben.
Von Google Street View redet die ganze Welt. Einige Kollegen hat's auch erwischt. Einfach Rautatienkatu 14 Tampere in Google Map eingeben und das Street View-Bild drehen und einzoomen bis man Taxler sieht, die am Bahnhof das schöne Wetter genießen.

1. Februar 2010

Im Januar habe ich relativ wenig gearbeitet. Erstens ist Januar ein harter Monat für die Taxen, weil alle nach der intensiven Partyzeit, die von der Mitte November bis zur Silvester-Nacht dauert, pleite sind, und zweitens weil ich selbst studienmäßig einiges zu erledigen hatte. In sieben Tagen bzw. Nächten bin ich Taxi gefahren und dabei sind rund 700 € netto rausgesprungen. Irre, was? Oder auch nicht. Sieht man sich den Stadtplan Tamperes an, merkt man, dass die Stadt wie eine waagerechte Sanduhr ist. Büros, Restaurants, Theater, Kneipen etc., sowie der Hauptbahnhof und der Omnibusbahnhof sind im Zentrum, auf einer Landenge zwischen dem See Näsijärvi und dem See Pyhäjärvi. Aber man wohnt gerne in den Wohngebieten weiter weg, oder gar in den Kommunen rundum, in Kangasala, Ylöjärvi und Lempäälä. Will man dann ausgehen, heißt es, man nimmt ein Taxi, wenn nicht gleich auf dem Hinweg, dann wenigstens für den Rückweg, umso kälter es ist, desto sicherer. Eine Tour kostet durchschnittlich 20 €, das mal zwanzig Touren macht vierhundert Euro, eine völlig normale Kasse für die Samstagnacht. Tagsüber werden auf Kosten der Stadt Senioren, Behinderte und Schulkinder befördert und das riesige Univertsitätsklinikum Tampere beschäftigt Taxen auch enorm viel. Von dort bekommt man manchmal unglaubliche Fahrten.

Taxigewerbe wird natürlich auch reguliert. Nicht jeder darf hier Taxi fahren. Momentan sind es etwa 350 Taxen in Tampere, und ich bin der Ansicht, dass das genügt. Wären es weniger, gebe Ärger Seiten der Kundschaft (klar, es gibt immer welche, die meinen, sie müssten ein Taxi auf der Stelle und zum Nulltarif bekommen können, aber das sind wirklich nicht viele); gäbe es wiederum viel mehr Taxen, würde das Leistungsniveau sinken. Hier sind Taxen nagelneu, es wird ohne Schwindel nach dem Taxameter gefahren und vor allem, man kann von diesem Job leben und seine Abgaben zahlen, was eine positive Wirkung auf das Ganze hat, sowie in persönlicher als auch in sozialer Hinsicht. Und ich verdiene einigermaßen gut auch deshalb, weil ich ein verdammter Glückspilz bin. Das habt ihr sicherlich schon gesehen. Aber ihr wisst ja auch: Glück muss man verdienen. Und ich habe schnell gelernt, was sich in der Tampereer Taxiwelt lohnt und was eben nicht.

28. Januar 2010

Ein Mann und eine Frau, 25-30 Jahre, steigen am Bahnhof ein. Sie sind kein Paar, nur miteinander befreundet. Die Fahrt geht über Haapalinna nach Lentävänniemi. Der Mann erzählt, dass seine Freundin möglicherweise schwanger ist. Sie ist immer noch sehr jung, aber er findet das trotzdem okey. Er würde sich sogar freuen über das Baby. Dann folgt etwas, was eigentlich etwas Grundlegendes über die Bedeutung des Mannes im Leben der finnischen Frauen aussagt:

Er: So, wie geht es mit dir und Väinö?

Sie: Naja, wir haben auch über das Thema Kind gesprochen. Er will noch kein Kind. Er will noch seine Freiheit behalten. Welche Freiheit denn, frage ich nur. Jeden Tag nach der Arbeit geht er zum Gym, zweimal im Monat besäuft er sich, ansonsten ist er nur zu Hause. Was soll er da groß verlieren? Aber wenn ich irgendwann ein Kind haben will, und er nicht, bin ich mir sicher, dass ich jemanden finde, der das mit mir macht. Und dann heißt es: Tschüss, Väinö!

Wir kommen in Aapelinraitti an. Sie steigt aus. Der junge Herr fährt weiter.

Er: So, hört man sowas oft im Taxi?

Ich: Im Taxi hört man allerlei Geschichten.

Er: Und jetzt?

Ich: Darf ich meine Persönliche Meinung sagen?

Er: Klar.

Ich: Für Väinö läuft der Countdown schon.

Er: Ja, das glaube ich auch. Zwar ist er mein bester Freund, aber ich bin der gleichen Meinung wie du.

Seit einer Woche geht die Sonne in Utsjoki wieder auf . Und der Tag hat sich auf 4 Stunden und 13 Minuten verlängert. In Tampere ist es weiterhin kalt heute, um die - 20 Grad. Der Tag hat eine Länge von 7 Stunden 21 Minuten. Ja und? Mensch, der Frühling steht ja doch bald vor der Tür!

10. Januar 2010

Am Freitag hat die Dauerkälte den Zugverkehr zwischen dem Tampereer Hbf. und dem Turkuer Hafen lahmgelegt. Aber mit einem Diesel-Mercedes ist man rechtzeitig angekommen, auf Kosten der finnischen Bahn, versteht sich.
In der Nacht zum Sonntag ist die Temperatur von -23 Grad auf -15 Grad gestiegen, was auch die Luftfeuchtigkeit erhöht hat. So sah der Mercedes-Stern auf der Motorhaube nach einer 12-stündigen Schicht aus.

31. Dezember 2009

Das Jahr 2009 hat heute ein böses Ende genommen in Form von einer Schießerei. Ein Kosovo-Albaner namens Ibraham Shkupolli hat seine finnische Ex-Freundin und ihre vier Kollegen mit einer 9-Millimeter-Pistole in einem Kaufhof in Espoo erschossen und zum Schluss sich selbst getötet.

21. Dezember 2009

Klein aber fein: das Gemeindehaus von Ruovesi.

Am Samstag durfte ich wieder die Eltern meines Nachbars nach Ruovesi fahren. Unspektakuläre 36 Stunden gearbeitet am Wochenende, von den Touren nach Ruovesi und Kuru abgesehen. Beide brachten 100 € ein. Die Partyzeit ist nun vorüber, und es heißt erstmal 'Frohe Weihnachten' für ein paar Tage. Aber die Silvesternacht steht ja noch bevor und ich schätze mal, dass das Trainieren dafür gleich am 26.12. beginnen wird. Schönes Winterwetter mit mehr Schnee und Temperaturen zwischen -13 und -17 Grad ist für die kommende Woche vorausgesagt. Herrlich! Und wie man in den Nachrichten so hört, haben auch unsere mitteleuropäische Mitbürger eine Kostprobe von einem wahren, weißen Winter bekommen.

16. Dezember 2009

Auf dem Rückweg von Ypäjä.

Eine Fahrt vom Uni-Klinikum nach Ypäjä hat den Tag gerettet, 148, 90 €. Das ganze Land in ist Zonen eingeteilt, wie die Stadt Tampere. Grob gesagt beginnen die Zonen von Tampere aus gesehen mit 6000 im Norden, 4000 im Osten, 3000 im Süden und 7000 im Westen. Die Zonen "am Rande" des Landes, die Südküste, der Osten und der Norden von Seinäjoki beginnend, beginnen mit 9000. Die längsten Touren, die ich gefahren bin, brachten mich zu de Zonen 9000 (Helsinki), 6661 (Kristinestadt), 6558 (Seinäjoki-Süd), 90021 (Seinäjoki-Mitte), 3979 (Ypäjä) und 7853 (Äetsä). Es macht natürlich tierischen Spaß, im Touchscreen des Boardcomputers zu folgen, wer von den Kollegen eine lange Tour erwisch hat. Besonderes viel Spaß macht das dann, wenn der Wagen des Kolleges soeben vor oder hinter dir am Uni-Klinikum gestanden ist. Manchmal könnte man einfach vor Neid platzen! Die Temperatur bleibt bei winterlichen -15 bis -21 Grad und man merkt schon, dass das die Nutzungsgrad der Taxen erhöht.

13. Dezember 2009

Immer in der Rezession, als die fetten Jahren der Volkswirtschaft vorbei sind, blühen in Gerichtssaalen Fälle, wo irgendeine Schwindel-Firma Abermillionen von blauäugigen Investoren abgezockt hat und für ihre Untat jetzt verantworten muss. Bei einem Fall handelt es um eine Firma namens Ikaros, bei dessen Untergang auch einige Millionen verschwanden. Ja genau! Man fragt sich nur, wie blöd waren die Anleger eigentlich? Allein der Name sagt ja alles: Hier nicht investieren, dein Ziel wirst du nie erreichen! Eine gute Allgemeinbildung spielt eine Rolle nur in den Sonntagsreden der Finnen, man soll sich ja spezialisieren, aber wie unser kleines Beisspiel zeigt, schadet es nicht, wenn man über seinen eigenen Tellerrand blicken kann. Wir stehen hier oben vor einer sehr winterlichen Woche. Momentan zeigt die Thermometer - 12 Grad und im Laufe der Woche fällt die Temperatur auf - 17 Grad. Es hat auch geschneit und es sieht sehr schön aus draußen. Ich hatte schon die Schnautze voll von dem "Euro-Winter" und der unendlichen Dunkelheit und Nässe.

10. Dezember 2009

Englische Ausprachelehre und Grammatik haben mich in den letzten Tagen beschäftigt. Grammatik geht noch, man kann sie verstehen. Aber wie man weiß, weicht im Englischen die Lautung teilweise stark von der Schreibung ab, und das Fertigen von phonetischen Transkriptionen ist deshalb wirklich abartig! Wer mir nicht glaubt, kann das jederzeit selbst probieren. In der Sontagnacht stehe ich am Stand 20 vor einem Kaufhof. Der ist ein guter Stand, auch wenn der Kaufhof zu hat, denn es wohnen rund 30 000 Stadtbewohner in der Zone des Standes, aus der die Bestellungen der Wagen an der Reihe dann bekommt. Lange muss man dort eigentlich nie warten. Ziemlich spät am Abend kommt dann ein Angetrunkener zu Fuß zu mir: -Mach die Uhr an und warte hier, ich hole schnell mal Bares aus dem Bankomat (in der Wand des Kaufhofs 20 Meter hinter uns war einer), dann fahren wie zu der Kneipe, die dort vorne an der Ecke ist. -Wie jetzt, ich soll den Taxameter anmachen und warten, dass Sie zu Fuß zum Bankomat gehen und dann hierher zurückkommen? -Ja. Er ging zum Bankomat und ich fuhr dann doch dorthin und nahm ihn mit. Und so begann eine Fahrt, die nach dreißig Sekunden und hundert Metern zu Ende war. -So, das macht 10 €. -Hier hast du es. Danke für die Fahrt und schönen Abend noch!

Normalerweise wird man hier aufs Abstellgleis gestellt, wenn man zwei Bestellungen binnen 30 Minuten ablehnt. Dann bekommt man keine Bestellungen über die Datafunk für eine halbe Stunde. Am Freitag fuhr ich gegen sechs Uhr abends Richtung Bahnhof als aus der Hannibal eine Bestellung kam, die ich ablehnte, weil der Zug aus Helsinki eingerollt war und Kunden vor dem Bahnhof bereits Schlange standen. Und im Bildschirm des Boardcomputers, wo man den Standort aller Wagen der Region sieht (auch wenn sie sich Rovaniemi befänden), tauchte hinter meiner Wagennummer sofort ein kleines h (h=hylly=Regal) auf. Mist! Anscheinend genügt einmal ablehnen in der Weinachtszeit. Kunden habe ich bekommen vom Bahnhof, und eine halbe Stunde ist auch nicht die Ewigkeit.

2. Dezember 2009

Die Vorweihnachtszeit sollte voll im Gange sein, aber nach zwei Wochenenden kann man schon sagen, dass ganz so wild wie letztes Jahr ist es nicht, jedenfalls noch nicht. Ich habe jetzt ein Jahr Taxifahren hinter mir. Gewiss, ich bin bloß ein Hobby-Fahrer, der sein Studium und seine Lachsfischerei mit gelegentlichem Taxifahren an Wochenenden und in Urlaubszeiten finanzieren will. Und ich darf auch noch wählerisch sein mit meinen Arbeitzeiten. Aber so viel weiß ich, dass wenn ich meinen Lebensunterhalt von den Straßen Tamperes von Tag zu Tag holen sollte, wäre das sicherlich hart. In Finnland kann man noch seine Existenz auf Taxifahren bauen (das heißt auch, dass die Branche nicht dadurch subventioniert wird, dass der Staat ein Teil vom Unterhalt der Taxifahrer in Form von Arbeitslosengeld übernimmt, weil die Löhne schlecht zum Leben reichen), aber Arbeitszeiten sind schlecht und gesund ist Autofahren auf Dauer sowieso nicht. Ich bin froh, dass ich (auch) diesen Job habe, besonderes in Tagen wie diesen, aber irgendwann ist damit Schluss, das weiß ich jetzt schon. Aber ich gestehe offen, dass es in diesem Beruf auch einen Haken gibt, der mich zieht. Man genießt eine gewisse Freiheit während der Arbeitszeit, ist immer dem Zufall ausgesetz, sieht viel, hört viel und trifft alle möglichen Leute. Und das alles gefällt mir sehr.

18. November 2009

Das H1N1-Virus ist auf dem Vormarsch auch hier in Finnland. Die Epidemie hat ihren Höhepunkt in der Umgebung von Tampere (Pirkanmaa heißt die Region rund um Tampere) jetzt erreicht. Angefangen hat die Epidemie in Lappland, wo sie bereits langsam vorbei ist, und von dort aus hat sie dann ihren Weg sehr schnell Richtung Süden aufgearbeitet. Man impft gegen die Grippe was das Zeug hält, aber manche Ärtzte meinen, dass der Wettlauf bereits verloren sei. Es dauert zwei Wochen, bis die Impfung Schutz bietet, und erst Ende Januar dürfte die ganze Bevölkerung geimpft sein. Und für viele ist das zu spät. Alle meine drei Kinder waren schon mal krank, zwei von denen sind das immer noch, aber ob das nun Schweinegrippe ist, wissen wir nicht. Geimpft werden sie trozdem in dieser und nächster Woche.

Letztes Wochenende habe ich einen Kunden vom Uni-Klinikum nach Parkano gefahren. Die Wagentür ging plötzlich auf, und ein Mann hat gefragt, wieviel eine Fahrt von hundert Kilometern kostet. - Ja, also, wenn sie einen KELA-Schein bekommen haben, dann kostet sie Ihnen 9,25€. - Nein, ich habe keinen bekommen. Bin ein Alkoholsünder. Die Polizei hat mich erwischt und zum Bluttest hierher gebracht. - Na dann kostet die Fahrt um die 140€... Wir sind losgefahren. Zu Beginn der Fahrt war der Fahrgast immer noch leicht betrunken und sauer auf alles und jeden. Mit der Zeit wurde er stiller und ihm wurde möglicherweise langsam klar, dass er allein daran Schuld war, dass er mit seinem Auto von der Straße abgekommen war, der Blutest über 1,2 ergab, und er in der nahen Zunkunft mit dem Gericht zu rechnen hatte. Die Fahrt von 144€ zahlte er mit Bargeld. Abschließend wünschte er mir noch alles Gute. Ich habe ihm das gleiche gewünscht.

5. November 2009

Zwei Extra-Schichten werde ich morgen fahren. Grund dafür ist eigentlich mein Nachbarn, der wieder gefragt hat, ob ich am Freitag bereit wäre, nach Ruovesi zu fahren, falls seine Eltern zu Besuch kommen. Klar doch, das ist immerhin eine Fahrt von 100 Euros. Und jetzt, wenn ich den Mercedes am Parkplatz stehen habe, sieht es so aus, dass sie nicht kommen! Aber das ist mir eigentlich egal, ich werde morgen trotzdem zwei Extra-Schichten fahren und ein bißchen zusätzliches Geld verdienen. Mit meinem neuen Chef haben wir heute kurz über unsere gemeinsame Zukunft gesprochen. Er hat versprochen, dass ich frei wählen darf, wann und wie oft ich fahre. Prima. Ich werde so machen wie bisher: freitags, samstags und sonntags fahren, insgesamt 6-8 Schichten im Monat. Hauptsächlich werden es Nachtschichten sein, aber das ist OK, ich komme damit zu recht.

1. November 2009

So das war's dann. Ab 14. November fahre ich bei einem neuen Chef. Ein neuer Arbeitsgeber ist anfangs immer ein Unsicherheitsfaktor, aber ich bin zuversichtlich, dass alles klappen wird, denn ich habe nur Gutes von ihm gehört. Mit dem Hyundai habe ich in den vergangenen sechs Monaten unglaublich gute Touren gemacht: öfters mal nach Helsinki, zweimal nach Seinäjoki, einmal nach Kristinestad und dann noch zu den naheliegenden Orten wie Huittinen, Hämeenlinna, Kyröskoski, Mänttä, Ruovesi, Toijala und Äetsä. Bin nicht abergläubisch, aber hoffe, dass der Mercedes auch so ein gutes Karma hat.

31. Oktober 2009

Nanu, was ist das denn schon wieder? Foto aufgenommen am 30.10.2009 um 20:45 Uhr an der Ecke Takahuhdintie /Keihäskatu.

Gestern hat es geschneit, teilweise schon ganz ordentlich, wie man im Bild sieht. Heute ist es kalt, Temperatur liegt bei -1.5 Grad und stellenweise liegt noch Schnee am Boden. Die Fahrbahnen sind jedoch trocken und der Verkehr durfte reibungslos fließen.

Aber: Bin ich jetzt ein kaltblutiger Zyniker, wenn ich feststelle, dass die Erste-Hilfe Station Acuta voll von Leuten sein dürfte, die ihr Bein oder Arm gebrochen haben und für ihre Heimkehr Taxi brauchen? Oder denke ich nur professionell? Taxler können vom Kundenservice sprechen so viel wie sie wollen, aber sie sind auch Geier. Und alle wissen das.

24. Oktober 2009

Eine Qual waren die beiden Schichten gestern! Ich war nicht in der Laune, Fahrgäste großartig mit dem Hyundai zu befördern und habe deswegen versucht, das Minimalergebnis mit ein paar langen Fahrten am Flughafen und am Uni-Klinikum zu erreichen. Total missglückt! Das Ergebnis meines gestrigen Bestrebens waren insgesamt ganze 350 €. Practical Jokes Teil II: Ein Kollege, Mitte 50, erzählte uns gestern am Flughafen, wie er eines Abends einen betrunkenen Kunden nach Hause gafahren hatte, der aber dann überraschenderweise kein Geld bei sich hatte. Zu Hause sollte aber noch welches liegen. Also gut, er hat seine Uhr als Pfand hinterlegt und losgerannt, um das Geld zu holen. Während dessen hat der Kollege die Uhr des Kundes um eine Stunde vorwärts gedreht. Einfach so, aus Spaß. Am Morgen ist der Kunde also möglicherweise zu früh und immer noch betrunken in seinem Arbeitsplatz aufgetaucht.

20. Oktober 2009

Wieder mal ein stiller Fahrgast, der es aber eilig hat.
Am Ziel im Hinterhof des Kivihaankatu 7 in Helsinki. Mission accomplished.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Hier haben wir sogar zwei Bilder, aber auch sie können den Verlauf meiner Tagschicht am Freitag nicht zufriedentstellend beschreiben.
Am Donnerstag Nachmittag liege ich gemütlich auf dem Sofa, wenn es plötzlich an der Tür klingelt. Mein Sohn geht an die Tür und bald höre ich, wie mein Nachbar vom Haus neben an ihn fragt, ob der Papa zu Hause sei. Was nun? Ich stehe auf und gehe auch an die Tür.
-Fährst du morgen Taxi? (hier oben dutzt man sich ohne weiteres)
-Ja...? (etwas skeptisch)
-Meine Eltern kommen zu Besuch morgen. Könntest du sie am Nachmittag zurück nach Ruovesi fahren? Taxameter an, natürlich.
Als ich am Abend meiner Frau erzählte, wie ich doch nicht nach Arbeit suchen muss, sonder sie wird mir angeboten auch wenn ich mich zu ruhen versuche, habe ich als Scherz noch hizugefügt, dass wenn ich am nächsten Tag noch eine Fahrt nach Helsinki erwischen würde, könnte ich den Rest der Schicht nur noch Kaffee trinken. Und am Freitagmorgen um 8:44 Uhr war das
Auftragsangebot auf meinem Computerschirm...
Die insgesamt vier Fahrten der Tagschicht am Freitag haben fast 500 Euro in die Kasse eingebracht. Danach habe ich es etwas lockerer genommen. Dennoch habe ich am Wochenende in 26 Stunden knapp unter 1000 Euro eingefahren. Ein gutes Ergebnis, würde ich mal sagen.

14. Oktober 2009

Lietsunkulma in Ollinojankatu 5 ist eine der feinsten Adressen der Tampereer Kneipenlandschaft. So fein ist es, dass in den Auftragsangeboten die Taxizentrale nur die Postadresse durchgibt, in der Hoffnung, dass es Taxler gibt, die nicht wissen, was es sich da befindet und aus Versehen dort hinfahren, um Kunden abzuholen. Was dieser Oase der Bierdurstigen den letzten Schliff gibt, ist das, was hier jedermann bekannt ist: das Lokal hat einen ehemaligen, weltweit bekannten Rekordmeister im Skispringen als Stammkunden, eine eher traurige Figur, die immer noch Schlagzeilen macht und mittlerweile eine Art Kultstatus genießt. Eines Abends hat ein Kollege einen Kunden von Lietsunkulma nach Hause gebracht. Der leicht angetrunkener Mann musste am nächsten Tag wegen seines Jobs nach Saudi-Arabien fliegen. Er bat, dass der Kollege ihn am Morgen abholt und zum Busbahnhof bringt. Von dort fahre er dann mit dem Bus zum Flughafen nach Vantaa. Abgemacht. Am frühen Morgen stand dann der Kollege vor dem Haus seines nächtlichen Fahrgastes. Aber aus dem Haus kam niemand. Der Kollege fuhr zum nächsten Taxistand, denn falls der Schlafende wirklich nach Saudi-Arabien musste und seinen Job behalten wollte, sollte bald ein Taxi in die Adresse bestellt werden. So war's dann auch. Nach zehn Minuten Wartezeit wurde ein Taxi in die gleiche Adresse bestellt. Der Kunde wusste nichts mehr von der nächtlichen Abmachung, entschuldigte sich aber und bat, dass der Kollege ihn zum Busbahnhof bringt. - Klar, kann ich machen. Aber der Bus ist schon abgefahren. Nach einer kurzen Überlegung hat der Kunde gefragt, ob der Kollege ihn direkt nach Vantaa bringen würde. Ja, gerne doch. Sie haben sich über einen Festpreis von 200 Euro geeinigt und eiligst zum Flughafen gefahren, wo der Fahrgast dann doch sein Flugzeug erwischt hat. Ein cleverer Taxler verdient immer sein Geld, auch mit den Gästen von Lietsunkulma.

3. Oktober 2009

Gestern Nacht sank die Temperautur auf -1 Grad Celsius ab und es bildete sich stellenweise Glatteis. Autobahnkreuzen im Westen und im Süden waren die gefährlichsten Stellen. Ob die lokale Tageszeitung Aamulehti von Unfällen zu berichten weiß, weiß ich noch nicht. Ich werde sie erst im Auto lesen können, in ungefähr 45 Minuten also...

29. September 2009

So, ich hab' es jetzt satt mit dem Huyndai Sonata und ähnlichen Kisten. Ab November fahre ich ausschließlich E-Klasse Mercedes. Das steht jetzt fest. Grund für den Wechsel ist die Tatsache, dass ich 196 cm groß bin und der Sonata bietet mir eben nicht genug Fahrkomfort, der ist also zu klein. Der Wechsel fällt mir zum Teil schwer, denn mit dem Chef läuft alles wie geschmiert. Wirklich alles, sowie kohlemäßig als auch hinsichtlich der Schichten. Er ist wirklich in Ordnung. Hoffe, dass er einen anständigen neuen Fahrer findet. Gestern durfte ich eine Extraschicht fahren, denn er war erkrankt. Eine der Fahrten brachte mich dann nach Äetsä. Durch diese Farbenvielfalt lässt es sich angenehm fahren, vor allem wenn man dabei 111.10€ verdient. Am Ziel in Äetsä, das heute zu Sastamala gehört

26. September 2009

Gestern bin ich kein Stück reicher geworden. Nach 18 Stunden intensiver Taxiarbeit hatte ich knapp über 400 Euro in der Kasse. Durchschnittlicher Wert von einer Fahrt war gestern 19,90. Das heißt also, dass man fast eine Stunde am Stand steht, und dann eine Tour von 20 € fährt. Das Komische ist, dass die Polizei angefangen hat zu kontrollieren, ob man Fahrtagebuch korrekt führt und oft genug Pausen macht. Pausen macht man nun wirklich oft genug heute, keine Sorge, Herr Polizist!

22. September 2009

Mänttä hat immer vom Papier gelebt, vor allem vom Klopapier.

Bitte um Entschuldigung für meine lange Abwesenheit. Ein neues Studienjahr an der Uni hat begonnen (das elfte bei mir, wenn ihr das genau wissen wollt), und es dauert eben jedes Jahr seine Zeit, bis ich wieder alles auf die Reihe gekriegt habe und weiß, wo es lang geht. Anglistik und ein Kurs namens "American Literature1" sind in diesem Herbst angesagt. In den vergangenen Wochen habe ich meine Aufmerksamkeit Namen wie Benjamin Franklin und Washington Irving widmen müssen. Darüber kann ich mich nun wirklich nicht klagen, denn beide Herren schreiben außerordentlich gut und ihre Geschichten sind sehr amüsant.

Aber trotzdem sind meine Gedanken bereits auf das kommende Wochenende gerichtet, wo ich mich wieder hinter dem Lenkrad setzen werde, in der Hoffnung, dass ich die Fahrt aller Fahrten erwische. Letztens war ich einmal in Hämeenlinna, einmal in Ruovesi und einmal in Mänttä. Nach Ruovesi und Mänttä bin ich sogar während der selben Nacht gefahren. Die Frau und ihr Sohn, die ich von Acuta nach Mänttä mitten in der Nacht brachte, hatten kein Geld bei sich, obwohl sie mir von der KELA-Fahrt noch eine Selbsthaftung von 9,25 € schuldeten. Und was tue ich? Ich schreibe meine Kontonummer auf und sage, dass ich die fehlende Summe von meinem eigenen Wechselgeld in die Kasse einzahlen werde und sie sollten sie mir möglichst bald in mein Konto überweisen. Das war am Samstagnacht so gegen 02 Uhr. Am Dienstagmorgen war die Überweisung bei meiner Bank eingebucht.

6. September 2009

Die langen Touren machen süchtig. Blut ist ein stiller Fahrgast und Kranke beschweren sich nicht über Routen und Fahrstil, denn sie kommen nach Hause egal wie spät es ist und müssen ihre oft sehr lange Fahrt selbst nicht bezahlen. Und man verdient natürlich gutes Geld. Am Freitag habe ich wieder mein Glück am Uni-Klinikum versucht, diesmal mit magerem Resultat: keine der 11 Fahrten hat mehr als 30 Euro eingebracht, eher waren es immer 10 oder 12 Euro. Eine Bestellung von Finn Medi Delta (Blut) habe ich auch erwischt, aber auch sie brachte mich nicht weiter als bis zum Krankenhaus Hatanpää (Hatanpäänkatu 24). Wenn nicht, dann eben nicht. Punkt 22 Uhr Stand ich wieder am Stand 16. Die erste Fahrt ging von Acuta nach Kyröskoski und brachte 69€ ein. Auf dem Rückweg habe ich am Flughafen eine Vorbestellung erwischt und wegen eines sehr verspäteten Flugs 60 € verdient, auch wenn das Fahrziel nicht weiter als in Piettasenkatu war. Danach ging es nur bergab. Ein Kurzschluss hat in der Taxizentrale Computer zum Absturz gebracht und nach Mitternacht wurden alle Bestellungen über Funk vermittelt. Die alten Hasen kamen mit der Situation ganz gut zu Recht, denn Funk war ja Alltag in den 1970er und 1980er Jahren, aber die jüngeren Kollegen standen teilweise so ziemlich auf dem Schlauch. Wenn die Zentrale Bestellungen über Funk an den Taxen verteilen muss, benutzt sie die Spitznamen der Standen anstatt ihrer Nummern. Sie fragt also nicht "Stand 46?", sondern "Am Leo?", worauf der Wagen an der Reihe dann mit seiner Wagennummer antwortet. Ich habe mir mittlerweile die Spitznamen erlernt und kam deshalb ganz gut zu Recht. Ich wusste immer an welchem Stand oder in welcher Zone ich war und ob ich mir die Bestellung schnappen konnte. In acht Stunden habe ich ziemlich genau 300€ gemacht. Samstag war OK, sagen wir es mal mal so. Er lief normal ab, in technischer sowie finanzieller Hinsicht.

Woher kommt eigentlich die Idee, dass Taxler alles wüssten, immer die richtige Antwort oder die relevanteste Meinung zu allem hätten? Der Teufel im Taxi: "Scheiße, morgen geht die Welt unter. Sagen Sie mal Fahrer, was halten Sie davon?'" Ich kenne alle Tampereer Taxifahrer nicht, aber ich habe bereits viele getroffen. Einige haben wirklich nicht das Pulver erfunden und die meisten haben die Schule verlassen sobald es ging und würden sich wahrscheinlich denken: "Was redet er für Müll? Kann er nicht die Klappe halten?"

29. August 2009

Da stehe ich am Freitag am Stand 16 und werde kurz vor dem Schichtsende Erster. Der Tag ist miserabel gewesen und ich habe ganze 120 Euro in der Kasse. Nach 10 Minuten Wartezeit kommt ein Mann auf mich zu, gibt ein Handzeichen, dass er ein Taxi braucht, öffnet die Tür und steigt ein. "Eigentlich müsste ich nach Seinäjoki..." Die Tour hat 259,80€ gekostet. Davon hat mein Kunde sebst nur 9,25€ bezahlt, denn die KELA, die nationale finnische Versicherungsanstalt (bin mir nicht sicher, ob das nun der richtige deutschsprachige Terminus ist) hat den Rest übernommen. Das ist der Fall immer dann, wenn der Patient aus der Pflegeanstalt entlassen wird, selbst nicht Auto fahren kann und es ihm aufgrund der späten Stunde oder gesundheitlicher Lage ( z.B. gebrochenes Bein, Entzündungsgefahr etc.) nicht zuzumuten ist, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Dann schreibt der zuständige Arzt dem Patienten einen KELA-Schein fürs Taxi. Der Kunde zahlt dann 9,25€ für die Fahrt, egal wie lange die gefahrene Strecke ist, und der Taxiunternehmer stellt der KELA für den Rest eine Rechnung, die innerhalb von drei Wochen ausgeglichen wird. Die längste Strecke, die mit einem KELA-Schein in diesem Sommer von Tampere gefahren wurde, oder von der ich weiß, ging nach Tornio. Am Ziel ist die Uhr bei 900 Euro gestanden. Der Kunde hat die volle Summe mit Bargeld bezahlt und gemeint, dass er den Papierkram mit der KELA selbst erledigen wolle... So gehört sich das!

19. August 2009

Als es im Angelwettbewerb wirklich drauf ankam, war der Sohn dem Vater mit 3 : 1 überlegen.
Stockholmer Kollegen vor dem schwedischen Parlament

So. Bin wieder da. Der Urlaub ist vorbei und der Alltag kehrt langsam wieder ein. Fahre bis Sonntag jeden Tag Taxi bei vier verschiedenen Chefs. Die Chefs sind alle gleich, keine großen Unterschiede da, aber ich darf mit vier unterschiedlichen Karren fahren: Huyndai Sonata, Peugeot 407 sw, E-Klasse Limousine und Ford Mondeo Kombi. Ich kann ja später mal einen Testbericht schreiben. Der Peugeot wird nicht gut abschneiden, das lässt sich bereits nach dem ersten Tag sagen. Aber mehr dazu später. Geschäftsmäßig läuft es bestens: Ich war schon zwei mal in Helsinki binnen drei Tage und obendrauf fuhr ich heute noch einen Kunden für 85 € nach Iittala. Womit habe ich das alles verdient? Die Kollegen jammern, wie schlecht das Geschäft läuft, und ich düse mit Blutpaketen durch die Gegend und verdiene das große Geld.
Mein Sohn ist in diesem Herbst in die erste Klasse gegangen. Tja, jetzt ist er geliefert... Nee, ich nehme seine Einschulung gelassen. Unser Schulsystem funktioniert noch, auch wenn einige Studenten für weltweites Aufsehen mit ihren Amokläufen gesorgt haben. Große Herausforderungen stehen uns jedoch bevor, denn momentan bietet die Schule der Jugend keine alternativen Ideen an, sie liefert der Marktwirtschaft nur hochqualifiziertes "Kanonenfutter", das sogar im Schlaf monoton widerholt: "Lebenlanges Lernen, lebenlanges Lernen..."

4. August 2009

Am Freitag fur ich noch einmal mit einer Blutpackung nach Valkeakoski, aber ansonsten war der Tag und die darauffolgende Nacht eine einzige Qual. Das lag daran, dass ich ab Samstag wieder Urlaub machen durfte. Es war bei mir schon immer so: am Tag vor dem Urlaub gibt die Arbeitsmoral dermaßen dramatisch nach, dass manche könnten mal meinen, ich hätte lieber zu Hause bleiben sollen. Diesmal hat mir Frau Fortuna geholfen und ich habe in beiden Schichten einen mehr oder weniger akzeptablen Umsatz gefahren. So, am Dienstagmorgen fahre ich mit meinem älteren Sohn und einem Freund nach Kuusamo. Dort ist Fliegenangel angesagt für vier Tage. Am Samstag fahren wir zurück nach Tampere und am Sonntag geht es dann mit der ganzen Familie Richtung Helsinki und von dort mit der Fähre rüber nach Stockholm. Taxi fahre ich erst in zwei Wochen wieder.

30. Juli 2009

Und der Gewinner der Taxler-Lotterie... bin ich! An zwei aufeinanderfolgenden Tagen habe ich am Stand 16 den Jackpot geknackt. Gestern bin ich mit einer Blutpackung nach Seinäjoki gefahren und heute mit einem Kunden nach Kristinestad, was soviel wie Kristiinankaupunki auf Finnisch heißt. Die Fakten:
Seinäjoki:
Beginn: 9:57 Uhr
Grundgebühr: 5,76 €
Taxa1: 274,95 €
Strecke: 178,3 Km
Dauer: 137 Minuten und 12 Sekunden
MwSt. 22% (Güterlieferung): 50,62 €
Total: 280,71 €
Kristinestad:
Beginn: 12:59 Uhr
Grundgebühr 5,10 €
Taxa1: 242,20 €
Strecke: 181,0 Km
Dauer: 145 Minuten und 19 Sekunden
MwSt. 8%: 17,63
Total: 247,30
Eine Info-Tafel über das Krankenhausgelände in Seinäjoki
Ein distanzierter Blick auf die bildschöne Kristinestader Innenstadt. Die Häuser sind immer noch zum großen Teil alte Holzhäuser.

29. Juli 2009

Wer gewinnt den Jackpot? Vorm Hauptgebäude der Universitätsklinik dürfen nur acht Taxen stehen. Sonst wird's eng. Die anderen zwanzig warten in Kuntokatu, 100 Meter vom eigentlichen Stand entfernt.

27. Juli 2009

Die lange Tour vom Uni-Klinikum habe ich dann doch erwischt. Nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber dennoch. Am Dienstagmorgen habe ich so gegen halb fünf einen Auftragsangebot zur Beförderung einer jungen Frau von der Frauenklinik nach Huittinen bekommen. Die Stunde war angeblich doch noch nicht geschlagen, was auch vorzeitig gewesen wäre, und sie durfte heimkehren. Das war eine Fahrt von 118 Euro. Klasse! Nur die Uhrzeit war das nicht, denn die frühen Morgenstunden zum Schluss einer Nachtschicht sind die schwersten. Ich war auch schon recht müde und habe vor der Rückreise eine halbstündige Pause gemacht.

Practical Jokes können auch schieflaufen, wie die folgende Geschichte beweist. Stehen zwei Taxler am Busbahnhof, wenn sie einen abgestürzten Penner bemerken, der Kopf hängend und Spucke an die Brust herunterlaufend auf einer Treppe sitzt und ruht. "Weißt du was", sagt der eine, "ich habe 'ne Flasche Bier im Kofferraum." "Echt? Dann gib mal her!" Der zweite Taxler schleicht sich zum Schlafenden und setzt die Bierflasche auf den Bürgersteig vor seine Füße. Dann geht er schnell zurück zu seinem Kollegen. Aber der Penner wacht nicht auf. Die Wohltäter hupen kurz. Der Penner wacht auf, sieht die Flasche, guckt sie einen Augenblick an, als wäre sie das achte Wunder und ... öffnet sie. Die Taxler amüsieren sich. Aber kaum hat der Penner die Hälfte von dem Bier getrunken, und das hat bestimmt keine zehn Sekunden gedauert, als er einen üblen Krampfanfall bekommt, was die Taxler dazu zwingt, eiligst einen Notartz zu rufen, der den Alkoholkranken in ein Krankenhaus einliefert.

20. Juli 2009

Im Großen und Ganzen ist das Taxifahren ein Glücksspiel. Nie weiß man, wo und wann der lukrativste Auftrag aller Zeiten angeboten wird. In Tampere wird die wahre Taxler-Lotterie am Uni-Klinikum gespielt. Das Tamperer Uni-Klinikum ist die zentrale Pflegeanstalt z.B. für Krebskranke einer weiten Region, die von Lahti bis Pietarsaari reicht. Auf Kosten der Steuerzahler werden dann Patienten zwischen den Therapieperioden nach Hause gefahren. Und wenn das Zuhause in Pietarsaari ist, bedeutet das für den Taxler eine Tour von 400 Euro. Danach kann man ja den Rest der Schicht nur Kaffee trinken. Die Erste-Hilfe Station Acuta beschäftig die Taxen, sowie Finn-Medi, das Blutplasma und Organe in Krankenhäuser überall in Finnland durch Tampereer Taxen liefern lässt. Der Stand 16 ist also von den Taxen immer gut besetzt. Patienten werden täglich nach Mittag nach Hause geschickt, ein akuter Bedarf für Blut und Organe kann jeder Zeit entstehen und das Acuta ist auch einsatzbereit rund um die Uhr. Da ich momentan auch Tagessichten fahre, habe ich beschlossen, auch mal eine lange Tour zu erwischen. Bisher hatte ich wenig Erfolg. Einmal bin ich an der Reihe so gegen 13 Uhr. Um die Uhrzeit also, wenn die Patieten nach Hause geschickt werden. Kommt der Auftragsangebot: eine SOTE-Fahrt von Automarket Prisma nach Vipusenkatu. Wie bitte!? Das sind ja ganze 500 Meter! Das zweite mal werde ich zum Haus Z5 (Dialyse) bestellt, wo ich eine Pakung fürs Laboratorium des Finn-Medi bekomme. Diesmal eine Fahrt von 200 Metern (die Uhr tickte natürlich solange, bis ich wieder im Auto war, insgesamt 12 €). Auf dem Rückweg treffe ich im Treppenhaus den Fahrer des hinter mir gestandenen Autos, der 5 Minuten nach mir einen Auftrag zur Lieferung eines Blutpakets nach Helsinki bekommen hat. Aargh! Ich fahre gleich zur heutigen Ziehung zum Stand 16, mal sehen wie es diesmal geht. Die Olympischen Festspiele der Jugend wurden gestern eröffnet. Es gibt also jede Menge Wildfremde aus aller Welt in der Stadt, die sich hier nicht auskennen. Ist ja durchaus möglich, dass der eine oder andere von ihnen mal ein Taxi braucht.

14. Juli 2009

Es war wieder mal Hochkonjunktur für Tampereer Taxen letztes Wochenende. Vom Mittwoch bis Sonntag hat man Tammerfest gefeiert und nebenbei die Taxibranche bereichert. Auch ich habe eine gute Leistung erzielt. Ich bin Fr. 7-17 Uhr und 21-06 Uhr, sowie Sa. 21-06 Uhr gefahren und insgesamt 1180 € eingebracht. Am gestrigen Montag wurde es gerade mal 151 €, aber ich denke, nach so einem Superwochenende kann ich damit leben. Und so liefen die Nachtschichten: - Von der Eissporthalle zum Paapan Kapakka (Koskikatu 9). Ein sehr zufriederer Herr, da Finnland in der Volleyball-Weltliga Polen 3:2 bezwungen hatte. - Vom Stand 13 nach Pirkankatu 21, 11€, der junge Fahrgast drückt mir 15 € in die Hand "Stimmt so." - Vom Hotel Rosendahl zum Hotel Cumulus Koskikeskus. Ein junges Paar aus Kuopio. - Wieder vorm Hotel Rosendahl. Diesmal geht es mit zwei Damen zum Hotel Ilves. - Werde zum Paapan Kapakka bestellt. Es geht mit zwei Damen über Olkahinen nach Kangasala, 42 €. -Wieder in der Stadt, von Jankanraitti 10 zum Inferno (Tuomiokirkonkatu 17). Zwei Herren aus Pori wollen sich besaufen. - Fahre zum Stand 50. Fahre eine besoffene Herrschaft nach Koivistonkylä - Vom Stand 6 nach Kullervonkatu 25, ein junger Herr, sehr müde. - Vom Stand 7 nach Hämeenkatu - Vom Stand 2 nach Riihitie mit einer nüchternen Frau Mitte 40. - Vom Stand 5 nach Vihilahdenkatu, zwei junge Herren. Der eine kann kaum noch laufen, der andere hilft. - Vorm Manse Kebab (Hatanpään valtatie 4) wartet geduldig ein junger Herr, der zum Emma (Hämeenkatu 26) will. Wäre schneller am Ziel zu Fuß gewesen. - Vom Stand 2 nach Sepänkatu 2, ein sachlicher Herr, der seine Grenzen kennt. - Vom Stand 50 nach Ahotie nach Nekala, ein Geologiestudent, der zur Zeit auf dem Bau schuftet. - Vom Gastropub Nordic (Otavalankatu 3) über Siltakatu zum Badehotel Lapinniemi. Eine feine Herrschaft von vier Personen und 1 € Trinkgeld. - Vom Stand 4 nach Leilikuja, ein stilles aber nüchternes Paar. -Werde zum Lähde (Männikönkatu 2) bestellt. Über Bulldog Bar (Koivistontie 38) nach Palokallionkatu. Sinti und Roma, aber bezahlen die Rechnung korrekt. - Von Tammikuja 7 fahre ich einen jungen Herren, der gerne ein großer Herr wäre, zum Zentrum, wo ich ihn in Pellavatehtaankatu absetze. - Vom Stand 4 nach Tasanne. Ein junger Herr, der über eine Dame schwärmt, mit der er am nächsten Tag verabredet ist. Wünsche ihm viel glück. - Vom Stand 6 nach Atala. Eine Frau, die nur noch auf den nächsten Tag wartet, wo ihre Lieblingsband die Tehosekoitin auftreten werden. - Vom Stand 6 über Pirkkala nach Akaa (Toijala). Zwei Damen, Kleinunternehmerinnen. Die Fahrt kostet ingesamt 67 €. -Fahre schnell zum Stand 6. Von dort aus fahre ich einen völlig erschöpften Kunden nach Haukiluoma. -Vom Stand 50 nach Nokia. Setze ein Paar im Zentrum ab, da die Frau will noch zum Imbiss. - Eine Tour in Nokia: Vom Martinmyllyntie nach Sarpatintie. Ein junger Herr, der noch um halb sechs morgens Bier trinken kann. - Fahre zum Bahnhof. Jeden Morgen kommt ein Zug aus dem Norden. Diesmal fahre ich eine junge Frau nach Härmälä. Feierabend um sechs Uhr morgens. Am Sonntag ging es dann weiter: - Um 21 Uhr vorm Bahnhof. Drei junge Leute zum Hällän kellari (Hämeenkatu 25) - Vom Stand 2 zum Apollo. Bandmitglieder irgendeiner Band. Weiß aber nicht, welcher. - Werde nach Pispalanharju bestellt. Fahre eine Frau zum Soho (Otavalankatu 10). - Stand 4 - Ylöjärvi. Ein Herr und eine Dame Mitte 60. - Eine Tour in Ylöjärvi. Fahre einen Herren zum Zentrum. - Stand 40 - Virontörmänkatu. Ein Herr, nicht alle Tassen im Schrank, 10 € Trinkgeld. - Stand 38 - Pensaskatu - Zentrum, eine Dame, zwei Herren. Die Dame erzählt die ganze Fahrt, wie alles viel besser in Helsinki ist. Eine Zugereiste also. - Stand 4 - Zentrum Pirkkala, zwei Herren, die die Schnautze voll vom Tammerfest haben. - In Pirkkala nehme ich drei Herren mit, die ich vorm Bahnhof absetze. - Stand 6 - Tesoma. Zwei Herren, die aus Camping Härmälä rausgeschmissen worden waren. - Sotkankatu - Hällän kellari. Vier junge Damen, alle betrunken. - Stand 2 - Asuntila in Ylöjärvi. Eine Frau, die zum ersten Mal seit dem Geburt ihres Sohnes draußen war. - In der Stadt werde ich zum Pub Kahdet kasvot (Kauppakatu 14) bestellt. Eine sehr junge Frau will zum Vihilahdenkatu. Sie kotzt im Auto in Hämeenkatu Ich hatte es geahnt und hatte eine Plastiktüte parat. - Stand 11 - Tampellan Esplanadi 7. Ein junges Paar. Die Frau ist bildschön, aber der Junge denkt nur an einen Döner. Setzte ihn vor einem Imbiss ab und fahre sie nach Hause. - Vom Stand 3 über Tammmelantori nach Insinöörinkatu 74. - Stand 6 - Tankstelle ABC (Lempääläntie 10). Der Herr versteht nichts mehr von dieser Welt. - Werde von meiner Frau vor Hämeensilta (Hämeenkatu 13) bestellt. Fahre sie nach Hause. - Stand 6 - Leilikuja. Zwei Paare. - Stand 6 - Sotkankatu. Eine Frau und ein Mann, der eins auf die Fresse gekriegt hat. - Seurahuone (Hämeenpuisto 17) - Nokia. Eine nüchterne Frau Mitte 50. - Stand 50 - Virontömänkatu 8. Ein stiller Herr. - Stand 50 - Siivikkala. Eine Frau und ein Mann kehren zurück nach Hause aus einer Hochzeit. - Stand 50 - Tohlopinkatu, drei Fahgäste, die gerne singen würden, aber können das einfach nicht mehr. - Palomäentie - Busbahnhof. Eine ältere Dame auf ihrem Weg ins Ausland. - Stand 5 - Siivikkala. Eine Familie kehrt zurück nach Hause nach einer Spanienreise. - Vom Stand 6 über Kaskitie nach Hervanta. Drei Fahrgäste. - Vom Acuta (Erste-Hilfe Station der Uni-Klinik) nach Kalkun viertotie 12. Ein Paar, der Herr hat seine Arm gebrochen. Die vier Leute, die ich nach Leilikuja fuhr, waren die lustigsten. Dem einen Herrn wurde es übel, und er hat in eine Tüte gekotzt im Auto. Alle haben sofort angefangen, Witze über ihn zu machen. -Ja ja, lacht nur! Mir laufen die Tränen an den Backen herunter. Dann hat sich eine der Frauen zu ihrem Mann bekannt und sich ironisch geäußert : - Die anderen lachen. Ich liebe dich doch nur! Wir haben uns alle totgelacht. Auch ich und der Betroffene.

9. Juli 2009

Tampere macht seinen Senioren das Leben schwer. Bis zum 1. Juni konnte eine SOTE-Fahrt um jede Zeit an jedem Taxistand begonnen werden, inzwischen aber kann eine SOTE-Fahrt ex tempore nur am Stand 5 und 6 beginnen. Der Statistik zufolge wurden vorm Inkrafttreten der neuen Regelung die meisten SOTE-Fahrten von den Standen 2 und 21 aus gefahren. Was steckt dahinter? Die Stadt will Geld sparen. Sie will, dass jede SOTE-Fahrt 30 Minuten im Voraus bestellt wird, damit genug Zeit übrig bleibt, möglichst viele Fahrten zusammen zu fügen. Drei Omas in einem Taxi ist billiger als drei Omas in drei Taxen, versteht sich. Und mit der Verlegung der "freien Standen" weit von den früher stark frequentierten Standen werden die Senioren gezwungen, nach den Sparzielen der Stadt mitzustreben, denn die meisten von ihnen sind nicht in der Lage, längere Strecken zu laufen, um ein Taxi zu nehmen wenn es ihnen passt. Eigentlich eine Schweinerei, wenn Sie mich fragen. Vorbestellt kann eine SOTE-Fahrt in beliebiger Adresse beginnen, wie früher und von 17 bis 07 Uhr an jedem Stand auch. SOTE-Preise sind auch gestiegen. Früher kostete eine SOTE-Fahrt den Fahrgast 2€, was durch zwei geteilt werden konnte, wenn andere mitfuhren. Jetzt zahlt jeder Fahrgast 2,50€. Die Stadt hat auch eine eigene Zentrale zum Zusammenfügen der SOTE-Fahrten gegründet. Zuvor wurde die Arbeit von einer Tochterunternehmung der finnischen Post gewährleistet, aber nun will die Stadt nebenbei Geld verdienen. Die neue Zentrale fügt auch die SOTE-Fahrten der umliegenden Kommunen zusammen und verlangt von ihnen dafür 2,35 € pro Fahrt. Die regionale Taxizentrale hat ein Angebot von 1.10 € pro Zusammenfügung gemacht, es wurde von der Stadt Tampere abgelehnt, ist ja klar, aber von den umliegenden Kommunen Ylöjärvi, Nokia, Pirkkala und Kangasala auch. Sie haben sich für die neue Zentrale entschieden. Wie seltsam, da steckt sicherlich Politik dahinter! Auch allgemeine Taxitarfe wurden ab 1. Juli erhöht. Die neuen Grundgebühre sind 5,20 und 8 € und Kilometertarife 1,33 und 1,60 €. Taxi ist wohl die einzige Branche der Welt, die auf sinkende Nachfrage mit Preiserhöhungen reagiert. 27. Juni um 4:46 Uhr

23. Juni 2009

So, ich bin wieder da! Gleich nach einer 13-stündigen Fahrt von Utsjoki nach Tampere bin ich am darauffolgenden Tag eine Schicht von 12 Stunden hinterm Lenkrad gehockt. Ich habe wohl nicht alle Tassen im Schrank! Arbeiten war eigentlich gar nicht so schlimm, denn vorübergehend habe ich einen neuen Arbeitsplatz: Die nächsten zwei Wochen fahre ich einen Mercedes 220 CDI der neuen E-Klasse. Bin echt beeindruckt. Er ist mit Abstand der komfortableste Wagen, den ich in diesem Beruf begegnet habe. Steif und stabil, so hab ich es gerne! Khm, sprech' also von Autos jetzt...

15. Juni 2009

Von Sendepausen, langen Touren und Polizisten

War mal wieder eine längere Sendepause, teils aus Zeitmangel, teils aus tecnischen Gründen. Vom Anfang bis Ende Mai war ich als Klassenlehrer tätig, fuhr Taxi und hatte einen höllischen Stress mit meiner Lehrerausbildung. Fürs Bloggen hatte ich keine Zeit. Und als die Schulferien begannen und der Stress ein wenig nachgab, fing es an mit den technischen Problemen. Der nagelneue Fujitsu-Siemens sprang auf einmal nicht mehr an. Der Service war jedoch auf dem Laufenden und nach vier Tagen war unser PC wieder voll funktionsfähig, nach dem die Hauptplatine ausgetauscht worden war. Ein paar lange Touren durfte ich während dieser Zeit fahren. Einmal ging es nach Ruovesi, in den frühen Morgenstunden der gleichen Nacht nochmals nach Vammala und eine Woche später fuhr ich einen Kunden nach Huittinen. Die fahrten kosteten der Reihe nach 120€, 85€ und 121€. Mit den Rückfahrten nehmen solche Touren viel Zeit in Anspruch. In der Hochsaison hätte ich wahrscheinlich das gleiche Geld in der Stadt verdient. Nur, lange Touren sind meistens gemütlich und stressfrei und deshalb fahre ich sie sehr gerne.

Zum ersten Mal habe ich als Taxler auch die Polizei begegnet. Ich wurde vom Stand 5 zur Sorinkatu 10 bestellt. Da steht das Polizeipräsidium. Eine Frau und ein junger, offensichtlich besoffener Mann warten vor einer Seitentür. Ich halte an. Sie steigen ein, und kaum ist die Tür zu, wenn der Junge hinter mir brüllt: "Pass auf Fahrer, dass ich dich nicht absteche!" Ich steig aus, öffne die Hintertür und sage: "So mein Junge, deine Fahrt endet gleich hier." Er steigt aus und jetzt meldet sich die Frau zur Wort: "Er tut doch nichts. Ich bin seine Mutter. Er ist nur betrunken. Können wir nicht weiterfahren, bitte!" Ich lasse den Jungen wieder einsteigen, aber er soll sich nicht hinter mir setzen. Dann fahren wir los. Es soll nach Perkiönkatu nach Härmälä gehen. Von der Sorinkatu kommt man schlecht zu Hatanpään valtatie. Mann müsste eigentlich über den Parkplatz der Tankstelle fahren, die in der Ecke Tampereen valtaväylä/Hatanpään valtatie steht. In Tampereen valtaväylä gibt es jedoch eine Durchfahrt zur Jokikatu und Hatanpään valtatie. Sie darf aber nur von Alarmfahrzeugen befahren werden. Ich wollte meine Kunden möglichst schnell loswerden und beschloss mich, nur diesmal die Regeln ein bisschen zu biegen. Als wir vor der Durchfahrt standen, fuhr wie bestellt eine Wanne vom Hof des Polizeipräsidiums in die Sorinkatu direkt hinter uns. Mist! Mir blieb nichts anderes übrig, als nur meinen ursprünglichen Plan durchzuführen. Mein Manovieren wurde von den Polizisten nachgemacht und wenig später standen wir alle am Straßenrand. "Schön guten Abend! Fahrpapiere bitte! Und hier mal kurz blasen!" Dann: "So, Sie wissen ja, dass Taxi kein Alarmfahrzeug ist, nicht?" "Ja, das weiß ich. Aber die Stimmung hier war extrem angeheitzt." "Das ist aber kein hinnehmbahrer Grund für Ihre Tat." "Nein." "Schön, diesmal gebe ich Ihnen nur eine mündliche Warnung. Guten Abend!" "Tschüss!" Dann der Junge: "Hah, Fahrer! Hat's weh getan?" "Nö, sie machen ja nur ihre Arbeit." In Perkiönkatu entschuldigt sich noch mal die Mutter für ihren Sohn und ich mich für den Polizeieinsatz. Alles ist wieder gut.

Momentan sitze ich vor einem Laptop in einer kleinen Hütte in Utsjoki. Die Sonne geht hier nicht unter und auch nicht auf. Keine 50 Meter von der Hütte entfernt fließt der Fluss Tana, oder Teno auf Finnisch. Der Atlantische Lachs zieht ihn hinauf. Ich, wie hunderte andere Angler auch, haben auf diesen Moment gewartet und wollen jetzt unser Glück versuchen. An meinen Fliegen haben die Lachse schon Interesse gezeigt. Ich habe so eben eine Stulle mit Lachs gegessen, den ich gestern selbst geangelt und gegravt habe. Diese paradiesische Zustände dauern bis zum 21. Juni, wo ich wieder nach Tampere reise. Am darauffolgenden Tag fahre ich dann wieder. Fotos füge ich auch erst nach dem 22. Juni hinzu. Vorausgesetzt natürlich, dass der Fujitsu-Siemens anspringt.

Am Stand 4. Der Beginn der Schulferien am 31. Mai hat den Park gefüllt.

Beginn der Schulferien am 31. Mai. Im Hintergrund der Tempo-Bau, Hämeenkatu 15, früher Warenhaus Tempo, erbaut 1938.

Stand 2 am 1. Juni um 4 Uhr morgens.

Stand 6: Anstehen für Taxi am 7. Juni um 5 Uhr morgens nach dem Sauna Open Air Metal-Festival. 20 Meter Schlange an allen Taxistanden im Zentrum.